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Schulreform SPES I


Der Verein für Bildungsvielfalt beobachtet das Reformprojekt SPES I mit grosser Sorge. In seiner gegenwärtigen Form droht SPES I die Bildungsvielfalt stark einzuschränken.

Flächendeckend im ganzen Land sollen auf der Sekundarstufe I eine Art von «Gesamtschulen» geschaffen werden, deren Profile sich, soweit bisher bekannt, nur geringfügig unterscheiden. Die Oberschule soll dabei aufgegeben werden, ohne dass sichergestellt ist, dass die Oberschülerinnen und -schüler in den neuen Profilschulen die gleiche, geschweige denn eine bessere Förderung erhalten werden. Oberschülerinnen und -schüler werden heute in sehr kleinen Klassen und mit verschiedenen Stützmassnahmen gezielt gefördert. Gerade für schwächere Schüler besteht die Gefahr, dass sie in den unter SPES I vorgeschlagenen Gesamtschulen nicht im gleichen Masse ihren Möglichkeiten und Anforderungen entsprechend beim Lernen unterstützt werden können.

Neben der Oberschule soll auch das Langzeitgymnasium der «Schul- und Profilentwicklung» weichen. Dies sei, so die Argumentation der SPES-I-Befürworter, notwendig, weil die neuen Profilschulen ihren Auftrag nur dann erfüllen können, wenn in einer Klasse die gesamte Leistungsbandbreite vertreten sei. Es steht aber ausser Zweifel, dass die Leistungsbandbereite genügend gross ist, wenn etwa 85 Prozent eines Jahrgangs in die Profilschulen aufgenommen werden. Die Auflösung einer bewährten Schulform lässt sich pädagogisch nicht rechtfertigen.

Der VBV befürwortet im Sinne der Bildungs- und Chancenvielfalt eine echte «Schul- und Profilentwicklung», die keine bewährten Bildungswege versperrt. Er fordert, dass alle Schulen auf allen Stufen sich auf ihre Stärken besinnen und diese weiterentwickeln. Unser heute breit gefächertes Bildungsangebot mit berufsbegleitenden Strukturen soll weiter ausgebaut werden, so dass sich auch für Berufsleute und Späteinsteiger immer wieder neue Bildungswege eröffnen.


Schulreform?

Schon einmal wurde versucht, die Sekundarstufe I zusammenzulegen und eine Einheitsschule zu schaffen. Im Mai 2000 nahm die Realschule Eschen Stellung zu diesem Vorläufer-Projekt von SPES I und zerriss es in der Luft. Hier finden Sie diese gescheite Analyse, mit der die Realschule Eschen die Kritik an SPES I vorwegnahm.