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Egal ob Lehrer, Schüler oder Elternteil. Hier können Sie Ihre Meinung zur Bildungsreform öffentlich deponieren. Bitte beachten Sie dabei folgende Spielregeln:

- Keine Inhalte, die gegen geltendes Recht verstossen.
- Keine Beleidigungen
- Keine destruktiven oder grob unsachlichen Kommentare.

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Enttäuscht

(Thomas | 3/31/2009 8:13 PM)

Obwohl ich vergangenes Wochenende auch Nein in Sachen Schulreform gestimmt habe, bin ich enttäuscht von sehr vielen SPES-Gegnern, insbesondere vom Verein für Bildungsvielfalt. Der teils krass unsachliche Wahlkampf vieler SPES-Gegner fand ich beschämend.

Ich bin insbesondere gegen SPES1, weil ich eine Gesamtschule ohne (!) Profile favorisiere, da ich der Meinung bin, dass verschiedenen Leistungsniveaus pro Fach bereits ausreichend sind und weil ich den Erfolg von SPES1 zur Zeit sehr bezweifeln würde, allein wegen der vorherrschenden negativen Stimmung.

Es scheint mir, viele Gegner haben sich kaum über die bevorstehende Schulreform informiert und nur nachgeplappert, was sie irgendwo gehört oder gelesen haben. Zu SPES1 sind beträchtlich viele Unwahrheiten verbreitet worden.
Vor allem stört mich, dass vom VBV kaum Alternativen aufgezeigt wurden, und es ist mir (als Ex-Gymnasiast wohlgemerkt!) auch ein Rätsel, warum das Langzeitgymnasium erhalten bleiben soll.
Vor allem aber, dass sich die vielen Gegner, mit denen ich gesprochen habe, nur sehr unzulänglich informiert haben, stimmt mich sehr nachdenklich.

Ich hoffe, dass sehr rasch eine zweite Auflage der Schulreform erarbeitet wird, die auch die Kritiker miteinbezieht, sodass sich ein Grossteil der Wähler darauf einigen kann.
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Leistungsprinzip

(Samuel P. Ritter | 3/9/2009 4:30 PM)

Die leistungsorientierte Bewertung in Form von Noten und die (heute viel gescholtene) Selektion in der 5. Klasse der Primarschule waren für mich persönlich ein Segen, ohne die ich mein Potential nicht hätte entfalten können. Bleibt zu hoffen, dass das Leistungsprinzip in der gegenständlichen Bildungsreform - wie immer sie ausgehen wird - nicht gänzlich ad absurdum geführt wird.
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"Zukunft der Schüler" oder "Schule mit Zukunft"?

(Ex-Gymnasiast | 2/20/2009 3:05 PM)

Die SPES-Befürworter sagen ja immer, dass der Zeitpunkt für die Selektion am Ende der Primarschulzeit zu früh ist (obwohl der ja mit SPES auch nur ein halbes oder ein ganzes Jahr verschoben wird). Somit lastet dann der ganze Druck auf den Lehrern der Profilschulen, während auf den Primarlehrern kein Druck mehr herrscht (etwas überspitzt gesagt, da jede Schule jedes Kind unabhängig vom Können annehmen muss muss das Kind nichts können). Ist das wirklich besser? Ausserdem würde mich interessieren wie viele Eltern mit ihren Kindern das Profil auswählen. Die meisten Kinder haben Ende der Primarschulzeit doch keine Ahnung, was sie später einmal werden wollen (ich wollte zu dieser Zeit Astronaut werden, andere Berufswünsche waren z.B Computerspieletester, Pilot, Autotester oder Tierärztin). Wie soll man da ein entsprechendes Profil finden?
Was mich ausserdem stört ist das SPES immer mit Tagesstrukturen in Verbindung gebracht wird (steht bei den Schulen im Kurzportrait auf der SPES-Seite). Ist da Taktik vom Schulamt, dass sich Eltern, die so etwas wollen, für SPES entscheiden?
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PISA und SPES

(Fritz Epple | 1/5/2009 5:12 PM)

Wie gut hätte Liechtenstein beim PISA-Test abschneiden müssen, damit gewisse Kreise das Ergebnis nicht als Votum für SPES gedeutet hätten? Platz 1 mit 20 Punkten Vorsprung vor Finnland? Ich fürchte, dass selbst das nicht gereicht hätte...
Im Übrigen empfehle ich allen, den 72-seitigen Bericht der Forschungsgemeinschaft PISA Deutschschweiz/FL zu studieren und sich ein eigenes Urteil zu bilden.


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Chancengleichheit

(Catherine | 12/23/2008 1:15 PM)

Immer wieder wird das Auswahlverfahren (und damit die Chancengleichheit im Schulsystem), das Primarschüler in weiterführende Schulen einteilt, bemängelt.
Zu Recht, wie ich finde. Seien wir doch mal ehrlich: Wer kennt einen Satz à "Mis Kind goht is Gymnasium und Punkt!" nicht?
Allerdings wäre es ignorant, diesen Umstand als alleinige Rechtfertigung für SPES 1 fest zu nageln.

Deshalb möchte ich euch einen Einblick in meine eigene schulische Laufbahn gewähren:

Ich kann mich noch an das Elterngespräch erinnern, in dem es darum ging, welche Schule ich besuchen sollte. Weil ich immer gute Noten und keine Probleme mit dem Lernen hatte, sollte es entweder die Realschule oder das Gymnasium sein. Meine damalige Lehrerin empfahl mir (also besser gesagt, sie empfahl es meinen Eltern) die Realschule, weil ich dann "immer noch Matura machen könne".
Da Gymnasiasten auch in meiner Primarschulzeit als Streber galten und meine besten Freundinnen und Freunde in die Realschule sollten, entschied ich mich ebenfalls zu diesem Schritt.
Ich besuchte die Realschule 2 Jahre. Dann versuchten zwei Klassenkameradinnen, aufs Gymnasium zu wechseln – da habe ich mich ebenfalls getraut.

Ich habe es nicht bereut. Im Gymnasium habe ich mehr und bessere Freunde gefunden als in meiner gesamten Primar- und Realschulzeit. Meine Noten sind ein wenig gesunken, aber immer noch gut geblieben.

Übrigens: Von den beiden Schülern aus meiner alten Primarschulklasse, die direkt ins Gymnasium gekommen sind, hat keiner das Gymnasium abgeschlossen.
Von meiner alten Realschulklasse dagegen konnten zwei Mädchen wechseln. Eine hat bereits erfolgreich maturiert, die andere wird es dieses Jahr bestimmt tun.
Meine Maturaklasse bestand zu fast 50% aus ehemaligen RealschülerInnen. Wir haben es alle durch die Matura geschafft.

Mein Fazit: Chancengleichheit existiert bedingt im bestehenden Schulsystem.
Es ist allerdings es ein Weg, den man fähig und willig sein muss, zu gehen.
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ein bewährtes und erfolgreiches Modell...

(Sebi | 12/3/2008 9:44 AM)

ist unser Schulsystem. Sollen wir wirklich Experimente wagen in eine Richtung, die rundherum wieder abgeschafft wird? Mehrgliedrige Schulsysteme schneiden bei PISA eindeutig besser ab als Systeme mit Gesamtschulen!

Weshalb bezieht sich das Schulamt in seinen neusten Aussagen nicht mehr auf die PISA-Studie? So wie die Herren des Schulamtes dies vor zwei Jahren noch oft und gerne getan haben? Die Antwort ist rasch gefunden: Weil in der neusten Studie Liechtenstein durchwegs auf Topplatzierungen zu finden ist! Unser Land liegt auf Platz 3 (drei!) in ganz Europa und auf Platz 1 (eins!) unter den deutschsprachigen Ländern.

Weshalb werden die vielen offenen Fragen nicht beantwortet? Über Kosten wird nicht gesprochen, über die Organisation nur in Ansätzen informiert, die Profile sind nur wenig aussagekräftig und die Ausbildung der Lehrkräfte scheint ebenfalls keiner Diskussion wert zu sein!

Selbstverständlich ist auch bei uns nicht alles Gold, was glänzt. So gibt es bekannte Probleme, nicht nur mit der Organisation der Oberschulen. Packen wir die Probleme jedoch bitte dort an, wo sie effektiv anfallen, nämlich bei der früheren Integration von Migrationskindern beispielsweise!

Fördern wir alle Schülerinnen und Schüler gleichmässig entsprechend ihrer Neigungen und Fähigkeiten: die besten im Untergymnasium, die Schwächeren in der Oberschule! Jeder Mensch hat seine Qualitäten und Neigungen, die es auch individuell zu nutzen gilt. Ein wahlloses Vermischen der Gruppen wird nicht zum Ziel führen! Dies zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse aus etlichen deutschen Bundesländern mit Gesamtschule. Basel-Stadt schafft die Gesamtschule wieder ab, nachdem die Schulreform als gescheitert bezeichnet wurde!

Daher:

Bitte keine Experimente - lieber auf Bewährtem aufbauen!

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(dominic b. | 12/17/2008 3:13 PM)

Liechtenstein braucht keine reform um den Leistungsdurchschnitt zu erhöhen, der ist scho top. Liechtenstein braucht eine reform um die Leistungsdifferenz zu minimieren, die ist flop. :-)

Rahmenbedingungen wichtiger als System

(Matthias Muehlich | 12/2/2008 2:27 PM)

Ich finde es sehr blauäugig, dass seit PISA immer wieder diverse Schulsysteme kritisiert werden und das finnische Modell herangezogen wird. Das wirkt, als ob ich nach einem verlorenem Skirennen mir die Skimarke des Siegers zulegen müsste...

PISA ist nur ein Aspekt - vieles wird dabei nicht berücksichtigt (Jugendarbeitslosigkeit, Zufriedenheit mit d. Schule, Qualität der Schulabgänger, ausserschulische Aktivitäten...).

Da ich selber zur Zeit in Finnland bin, würde ich das finnische System keinesfalls als Optimallösung bezeichnen. Die guten Ergebnisse Finnlands haben wohl eher andere Gründe (geringe soziale Unterschiede, wenig Einwandererkinder, sehr früher Kindergarten und damit Auseinandersetzungen mit nicht-Familienangehörigen, früher Kontakt mit Englisch und Schwedisch, TV auf Englisch mit finnischen Untertiteln= Fremdsprache und Lesen zugleich, grosse Naturverbundenheit, warhscheinlich auch die finnische Sprache selbst, welche sehr mathematisch aufgebaut ist und genaues Lesen voraussetzt, ...).

Jedoch kann weder PISA noch Finnland behaupten unser System wäre grundlegend falsch und bräuchte eine Reform à la SPES.

Viel wichtiger wäre es, die Rahmenbedingungen zu verbessern. z.B. ein früher Kindergarten und Kinderbetreuung zu Arbeitszeiten, finanzielle Unterstützung für Jugendliche, Image und Chancen von Realschule und Oberschule erhöhen, Zweitausbildungen fördern, Einwanderer(kinder) stärker unterstützen, Lehrerausbildung und -weiterbildung(!) uvm.

Die Mängel am bestehenden System sollten Schritt für Schritt angegangen statt auf einen Rutsch umgekrempelt werden.

Ausserdem kann ich Ziele wie "Maturaabschluss für möglichst alle" (siehe Österreich) oder "Sekundarstufe im Wohnort" nicht unterstützen - es ist doch gerade eine Stärke des liechtensteinischen Systems und Wirtschaftsstandortes, dass eine erfolgreiche berufliche Karriere keine Matura voraussetzt und sich das schulische Umfeld über (beinahe) das ganze Land erstreckt...
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SPES I - Leben im Schlaraffenland

(lexeasy | 12/1/2008 12:27 PM)

Ich frage mich wirklich, wie manche Leute auf die Idee kommen, es wäre gut, alle Leistungsstufen in einen Topf zu werfen. Jeder von uns ist doch irgendwann einmal selbst zur Schule gegangen und jeder hat seine Erfahrungen gemacht. Und jeder von uns hat in seiner Schullaufbahn irgendwann einmal mitbekommen, wie besonders leistungsstarke Schüler als Streber verspottet und gehänselt wurden.
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wegen meiner guten Leistungen verspottet zu werden, und das sogar im Gymnasium, wo eigentlich schon die leistungsstärkeren Schüler zusammen in einer Klasse sein sollten! Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es für mich gewesen wäre, wenn ich in einer SPES I Schule gegangen wäre. Es ist eine naive Idealvorstellung, dass in einer SPES I Klasse jeder vom anderen lernt und somit das bestmögliche Ergebnis erzielt wird. Niemand kann mir erzählen, dass sich ein leistungsschwacher Schüler in so einer Klasse denkt: "Ach schau mal, der Max ist ja wirklich sehr gut in Mathe und ich bin so schlecht. Ich glaube er sollte mein Vorbild sein."
Solche Vorstellungen sind einfach nur utopisch! Extreme werden immer ausgegrenzt! Sowohl die sehr schwachen, als auch die sehr starken. Die natürliche Reaktion der Opfer ist dabei der Rückzug. Leistungsstarke Schüler versuchen nicht aufzufallen und sich dem Niveau der anderen anzupassen und schwache Schüler ziehen sich zurück und tun sich mit gleichgesinnten zusammen.
Es tut mir ja wirklich leid, aber ein solches Schulsystem ist einfach unglaubwürdig. Ich bin keine Pessimistin, aber das Leben ist nun mal kein Honigkuchen. Nur muss man manche Leute wohl erst noch aus ihren selbstgebauten Luftschlössern schütteln.
Ich hoffe, dass wir das geplante Schulsystem noch einmal verhindern können. Ansonsten müssen wir wohl bald alle gezwungenermassen mit offenem Maul in unserem Schlaraffenland sitzen und vergeblich darauf warten, dass und die gebratenen Hühner zufliegen.

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Antwort

(David | 12/1/2008 8:26 PM)

Nun, genau dasselbe denke ich auch. Ich war auch in der Primarschule ein guter Schüler und hatte damals Glück, dass ein anderer Junge immer der böse war (obwohl ich meine Klasse als sehr tolerant in Erinnerung habe). Aber ich kenne genug gute Schüler bei denen es nicht so war. Alte Freundschaften lösten sich plötzlich in Luft auf und es wurde gemobbt, was das Zeug hielt. Die Person wurde total ausgegrenzt und hatte keine Freunde, die Person war oft völlig niedergeschlagen, gereizt und traurig, die Primarschule wurde zur Tortur und am Ende war die Person froh als die Primarschulzeit umwar. Seit die Person am Gymnasium hat sie wieder gute Freunde und ist höchstens wütend, wenn sie auf eine Prüfung lernen muss... So können die Schüler also voneinander profitieren, indem sie sich gegenseitig hassen.
Für mich ist das nur einer von vielen Gründen, die gegen SPES 1 sprechen. Zu viele Frage sind ungeklärt, zu viele Fakten werden einfach totgeschwiegen oder Studienresultate, die gegen die Gesamtschule sprechen, als unwar oder unpassend abgetan. Es werden nur die Resultate herausgepickt, die irgendeinen Effekt der Gesamtschule als positiv beschreiben.

Maturaquote erhöhen?

(Roland Hilti | 11/27/2008 9:29 AM)

Bei etlichen Befürwortern von SPES fällt immer wieder eine merkwürdige Widersprüchlichkeit in Bezug auf die Frage der Maturaquote auf, eine Frage, die für unser Land von vitaler Bedeutung ist. Bei entsprechenden Fragen wird fast im gleichen Atemzug von mehr als auch von weniger Maturandinnen und Maturanden gesprochen.
Dem Gewerbe beispielsweise wird SPES u.a. damit schmackhaft gemacht, dass in Zukunft deutlich mehr motivierte und leistungswillige Jugendliche einen gewerblichen Beruf ergreifen würden. So scheint also von dieser Warte aus eine deutlich Senkung der jetzigen Zahl das offensichtliche Ziel zu sein. Andererseits werden SPES-Verantwortliche aber auch nicht müde, etwa gegenüber Eltern zu betonen, dass sich die Maturitätsquote deutlich erhöhen werde, zumal dann ja auch die viel besungene Utopie sozialer Gerechtigkeit endlich eingetreten sein müsste.
Unschwer kann insgesamt gefolgert werden, dass die Reformanhänger eine deutliche Erhöhung der Maturaquote anstreben.
Was will man nun wirklich? Mehr Maturandinnen und Maturanden oder weniger? Vielleicht beides zugleich, je nach dem, wen man gerade beschwichtigen muss? Befriedigende Antworten auf diese und weitere bildungspolitisch höchst brisante, weil letzten Endes zukunftsentscheidende Fragen, werden nur in einer öffentlichen Diskussion gefunden, welche bislang jedoch mit allen Mitteln verhindert wird.
Eine solche, bisher leider fehlende, ehrliche demokratische Diskussion, die ohne unnötigen und unverantwortlichen Zeitdruck kritische Stimmen in den Meinungsbildungsprozess einbindet statt sie auszugrenzen und zu diffamieren, wäre für die Zukunft des Landes mehr als wünschenswert.
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Quotenregelung bei der Schulzuteilung

(Olivia | 11/22/2008 4:03 AM)

Wenn man sich die ganzen Diskussionen ansieht, merkt man schnell, dass die Meisten mit der heute doch sehr starren Zuteilung in die verschiedenen Schultypen nicht zufrieden sind! (25% Oberschule; 50% Realschule und 25% Gymnasium) Man darf aber nicht vergessen, dass mit SPES I diese Quoten mit einer Zuteilung in die verschiedenen Leistungszüge beibehalten werden!
Das Problem wird dann innerhalb einer Schule unter dem Deckel gehalten. (Desto grösser die Schule, desto weniger haben die Eltern die Übersicht, wer, wesshalb, wo zugeteilt wird.) Wenn eine Leistungsgruppe "voll" ist, wird kein Schüler eine Chance haben seine Gruppe zu wechseln!
Jeder Primarlehrer weiss, dass es je nach Klasse riesengrosse Unterschiede gibt. (Im einen Jahr könnte er die halbe Klasse dem Gymnasium zuteilen, im nächsten Jahr findet sich vielleicht kein Kind, dem er diese Zuteilung zutrauen würde und trotzdem sieht die Quote in jedem Jahr ungefähr gleich aus.)
Also weg mit der Quoten-Regelung! Hier geht es um die Bildung unserer Kinder.
Um das umzusetzen, muss eine einheitliche Ausbildung der Lehrer auf der Sekundarstufe I gewährleistet werden. Denn dann wären diese austauschbar und könnten an der Oberschule, der Realschule oder in der Unterstufe des Gymnasiums unterrichten und müssten beim Wegfallen einer Klasse nicht um ihre Existenz fürchten.
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Zur Bedeutung der Unterstufe - Antwort zu Daniel

(Hans J. Hagmann | 11/21/2008 11:55 AM)

Mit meinen Ausführungen habe ich genau diesen Punkt angesprochen: Erfahrungen in anderen Ländern zeigen klar und deutlich auf, dass mit den Gesamtschulen das allgemeine Niveau sinkt. Es ist erwiesen, dass die guten Schüler schwächer werden. Gleichzeitig ist jedoch zugegebenermassen auch erwiesen, dass die weniger begabten Schüler profitieren.

Weshalb nun kann man nicht die schwächeren Schüler fördern ohne gleichzeitig die Leistungen der guten Schüler zu gefährden???

Das meistzitierte Finnland hat zwar eine der höchsten Quoten was die Anzahl der Uni-Abgänger anbelangt. Gleichzeitig jedoch weist Finnland eine der höchsten Quoten an Jugendarbeitslosigkeit auf.

Basel-Stadt hat Mitte der Neunziger Jahre ein Schulmodell eingeführt, welches dem in SPES I behandelten Modell sehr nahe kommt. Das Beispiel Basel hat dabei klar gezeigt, dass eine Nivellierung nach unten stattfand. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler haben sich seit Einführung kontinuierlich verschlechtert. Zudem seien die Schülerinnen und Schüler weniger motiviert und weitgehend ohne wirkliche Orientierung gewesen. "Der Schulversuch der Neunziger Jahre ist gescheitert" war denn auch in den letzten Wochen vermehrt zu lesen.

Daher nochmals die Kernaussage meines früheren Beitrags:

Weshalb ein seit vielen Jahrzehnten bewährtes System einfach über den Haufen werfen und das Risiko eines ungewissen Ausgangs oder gar eines völligen Scheitern des neuen Systems in Kauf nehmen?
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Bewährt

(Daniel | 11/21/2008 3:25 PM)

Ich denke, dass sich das alte Schulsystem nur für diejenigen bewährt hat, die glücklicherweise ins Gymnasium zugeteilt wurden bzw. vor Abschaffung der Primarschul-Abschlussprüfung für diejenigen, die in ihrer persönlichen Entwicklung weit genug waren, die benötigte Punktezahl zu erreichen. Im Gymnasium konnten sich dann einige auch trotz schlechter Leistung (im Vergleich zu ihren Realschulkollegen) durchmogeln während talentiertere Realschüler kaum die Möglichkeit hatten, ins Gymnasium zu wechseln.

Das alte System ist meiner Ansicht nach unfair. Es verstärkt die Probleme in der Oberschule, ist für Realschüler ungerecht und akzentuiert elitäres Denken bei vielen Gymnasiasten bzw. insbesondere deren Eltern.

Die Erfahrungen anderer Länder sind nicht von der Hand zu weisen, aber es ist unklar, ob sich diese 1:1 auf Liechtenstein projezieren lassen. Die Negativen sowie die Positiven. Weiters ist auch zu hinterfragen, inwiefern beispielsweise die Jugendarbeitslosigkeit in Finnland tatsächlich mit dem Schulsystem zusammenhängt und ob dies dann auch in Liechtenstein, mitten in Europa, zutreffen würde.

Es ist immer einfacher, an Bestehendem und aus eigener Perspektive Bewährtem festhalten zu wollen als neues, revolutionäres zuzulassen. Manche Innovation wäre uns so bislang aber verwehrt geblieben.

Bedeutung der Unterstufe

(Daniel | 11/21/2008 10:35 AM)

Ist es wirklich so entscheidend für ein späteres Studium und die darauf folgende Karriere, wie die Unterstufe ausgestaltet ist? Verkümmern die "begabten" Schüler in einer Profilschule und widerfährt ihnen ein bleibender, irreparabler Schaden, der sich in der Folge in einen Nachteil für Studium und Beruf niederschlägt? In manchen Leserbriefen scheint diese fatale Meinung zu herrschen.

Oder ist es so, dass durch die Profilschulen mehr Schüler die faire Chance erhalten, auf Grund ihrer Leistungen in das anschliessende Gymnasium zu wechseln während solche, die sich im alten System durch das Gymnasium gemogelt haben den Weg über Lehre und allenfalls Berufsmaturität und Fachhochschule gehen müssen? Weshalb sollten die "Herausgeforderten" die "Begabten" aufhalten? Werden in den Profilschulen nicht Kompetenzen gefördert, die im alten System vernachlässigt wurden?

Ich neige zur Meinung, dass durch SPES die Zahl derjenigen steigt, die mit gutem Abschluss und somit besten Chancen an die Universtäten gehen. Ich denke auch, dass den Hochbegabten dadurch keine Nachteile entstehen. Ich bin überzeugt, dass manche sonst der Oberschule zugewiesenen Schüler alleine dadurch ihren Lernerfolg und –motivation verbessern, weil nicht nur die Lehrer sich um sie kümmern sondern sie auch in ihrem Freundeskreis, der möglicherweise bereits seit Kindergartenzeiten besteht und durch das neue System weitestgehend erhalten bleibt, Unterstützung erhalten. Oder ist das Wunschdenken?

Nach der Primarschule in einen der drei Schultypen eingeteilt zu werden raubt den Kindern die Perspektive bzw. gibt starr vor, wie sie sich weiter entwickeln sollen. Die aktuelle Durchlässigkeit zwischen den Schultypen ist nicht viel wert. Begabte Realschüler müssen bessere Leistungen erbringen als ihre Altersgenossen im Gymnasium, um ins Gymnasium zu wechseln. Zudem müssen sie Freundeskreis/Clique und Ort erneut verlassen. Zum zweiten Mal nach dem Wechsel nach der Primarschule und das mitten in der Pubertät.

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Antwort auf Daniels Beitrag

(David | 11/25/2008 6:42 PM)

Ich sehe das ganze leider nicht so wie du. Es gibt schon in der Primarschule genug Spannungen, die schlechteren Schüler sind auf die besseren eifersüchtig. Wie soll denn ein schlechter Schüler von einem guten lernen, wenn er das gar nicht will, sondern ihn nur als Streber ansieht, der den ganzen Tag nur lernt?
Die Primarschule ist ja auch eine Gesamtschule, bei der gute und schlechte Schüler unterrichtet werden. Und trotzdem gibt es am Ende der Primarschulzeit riesige Unterschiede zwischen den Schülern. Warum soll sich das durch eine Weiterführung von diesem Schulmodell plötzlich ändern?
Und ist es wirklich eine bessere Perspektive, die ganze Zeit nur zu sehen, wieviele bessere Schüler es gibt? Ich denke so etwas könnte nur zu verstärkter Frustration führen, dies zu schlechteren Leistungen, ...

Auf Bewährtem aufbauen!

(Hans J. Hagmann | 11/21/2008 8:30 AM)

Der Entscheid des Landtags hat es gezeigt: mit dem knappest möglichen Resultat soll die grösste Schulreform unseres Landes durchgeboxt werden.

Anstatt auf Bewährtem aufzubauen, soll das ganze System über den Haufen geworfen werden!

Anstatt auf wirkliche und neutrale wissenschaftliche Studien zurückzugreifen, wird unredlich auf dem Schulamt gefällige Studien zurückgegriffen! Selbst ernannte Experten werden herbeigezogen, Experten deren Leistungsausweis alles andere als aussagekräftig ist!

Anstatt auf die im Ausland gemachten (negativen) Erfahrungen zurückzugreifen, soll derselbe Einheitsbrei in Liechtenstein eingeführt werden!

Anstatt wirkliche Profilschulen einzuführen, soll eine Strukturreform unter lautstarken Drohungen eingeführt werden!

Anstatt die Probleme dort anzupacken, wo sie entstehen, will man alle in den gleichen Topf werfen und gleichmachen!Mit einer Gesamtschule lösen wir die Probleme der Oberschule nicht!

Es ist nicht möglich, dem Fuchs das Fliegen und der Ente das Rennen beizubringen. Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine Fähigkeiten. Und diese Einzigartigkeiten und Fähigkeiten müssen erkannt und gefördert werden!

Das Volk muss darüber abstimmen und ein deutliches Signal der Ablehnung aussenden!!! Ich bin dabei!!!


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Kein Bildungsnotstand erkennbar!

(Sebastian G. | 11/19/2008 8:59 AM)

Bei allen bisher geführten Diskussionen wird meistens vergessen, dass Erfahrungen mit ähnlichen Systemen im Ausland vorliegen. Basel-Stadt hat erst neulich die Schulreform der Neunziger Jahre als gescheitert bezeichnet. Dabei waren die Ziele der Basler Schulreform ähnliche wie die in Liechtenstein angedachte Reform. Das Resultat spricht für sich: die Basler Industrie, allen voran die Pharmaindustrie, muss ihre Lehrlinge in Deutschland rekrutieren, da klare Aussagen zu den Leistungen der Schulabgänger fehlten und die Schülerinnen und Schüler nur wenig motiviert waren. Zudem sei das Leistungsniveau im Verlauf der letzten Jahre ständig gesunken. Letztendlich hätte in einem Bereich die Chancengleichheit funktioniert: alle Schulabgänger hätten die selbe Chance, arbeitslos zu werden. So gelesen neulich in der NZZ am Sonntag!

Auch in Deutschland ist ein Gefälle zwischen den Bundesländern mit Gesamtschulen und denjenigen mit einem mehrgliedrigen System festgestellt worden. Die neuste PISA - Studie ziegt diesbezüglich eindrücklich die Resultate auf! Andere Beispiele gibt es zuhauf.

Es herrscht kein Bildungsnotstand in unserem Land! Die PISA - Ergebnisse zeigen klar auf, dass sich Liechtenstein unter den deutschsprachigen Ländern durchwegs auf Platz 1 befindet!!! Die Probleme müssen und sollen auch dort angegangen werden, wo sie auftreten. Mit der Einführung von SPES I werden mit Bestimmtheit mehr neue Probleme geschaffen als bestehende gelöst!

Lieber Vorstand, weist doch in der sich anbahnenden Kampagne endlich auf diese klaren Resultate und Aussage hin. Das Schulamt wird mit Finnland nicht weitkommen...
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SPES und Diskussionen stören nur.

(Monika F., Balzers | 11/15/2008 2:34 PM)

Unter www.spes.li gibt es einen Menüpunkt Fragen.
Auch hier gilt offensichtlich - Diskussionen stören.
Wenn man den Menüpunkt anklickt, kommt eine Störungsmeldung.

Dies passt zum ganzen undemokratischen Projektverlauf. Die viel zitierte
Dialogbereitschaft der SPES Verantwortlichen ist ein reines Lippenbekenntnis.

Wer kritische Fragen stellt wird ignoriert.
Oder zu recht gewiesen.
Aso ned.


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Diskussionen sind willkommen

(M. Gehrig | 11/15/2008 9:11 PM)

Hallo Monika F.
Merci für den Hinweis, dass der Frage-Link auf der SPES-Homepage nicht funktioniert. Als Sachbearbeiter von SPES I werde mich gleich am Montag darum kümmern. Fragen sind selbstverständlich willkommen - stellen Sie sie doch inzwischen direkt an: .

So nicht!

(Sebastian | 11/14/2008 9:39 PM)

Bei SPES I soll ein Weg eingeschlagen werden, von welchem in vielen anderen Regionen und Ländern längst abgekommen wurde. So hat Basel-Stadt bereits Mitte der Neunziger Jahre ein ähnliches Projekt lanciert. Vor wenigen Monaten wurde nüchtern festgestellt: "Die Schulreform der Neunziger Jahre ist gescheitert!"

Weshalb also soll in Liechtenstein das selbe Abenteuer gewagt werden? Bei der Umsetzung von SPES wird es nur Verlierer geben: die Kinder, weil es ein Experiment ist und die Leistungen sinken werden. Dies belegt u.a. das Beispiel Basel-Stadt! Die Lehrer, weil sie auf Grund der Probleme und Ungewissheiten frustiert und unmotiviert daraus hervorgehen werden. Und nicht zuletzt auch die Wirtschaft, weil sie nicht mehr auf gut motivierte und ausgebildete Jugendliche zurückgreifen kann.

Es ist schade, dass von den Befürwortern immer wieder Studien hervorgezaubert werden, die wenig aussagekräftig sind. Auch wurden die öffentlichen Veranstaltungen allesamt mit SPES freundlich gesinnten Personen als Referenten gstaltet.

Nicht die Erhöhung der Maturaquote muss das Ziel einer Reform sein, sondern die Erhöhung einer wirklichen, ehrlichen Chancengleichheit! Die Erhöhung der Allgemeinbildung! Die Erhöhung der allgemeinen Werte unserer Jugendlichen! Es darf keine Wohlfühlschule geben, wo letztendlich Null-Bock-Stimmung vorherrschen wird!

In diesem Sinne: weiter mit der Opposition gegen dieses verfehlte Gesetzeswerk! Danke!
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Meinungsvielfalt hilft

(Peter Marxer, Schaan | 11/13/2008 10:12 AM)

Eine eigene Meinung kann man sich am besten bilden, wenn man verschiedene Ansichten abwägen kann. Insbes. das Schulamt ("Diskussion ist ein Störfaktor") will genau das verhindern. Das ist undemokratisch, weil Demokratie Ideenwettbewerb bedeutet. Und es kann jedenfalls nicht im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen sein, wenn eine Reform einfach durchgedrückt werden soll, weil das Schulsystem breit von der Bevölkerung getragen werden muss, um erfolgreich sein zu können. Es braucht daher Meinungsvielfalt. Sie ermöglicht Meinungsbildung. Der Verein für Bildungsvielfalt hilft dabei. Gut so.
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Schwierige Frage

(Daniel | 11/12/2008 7:47 PM)

Weshalb ist ein Grossteil der Gymnasiallehrer gegen Spes während die Real- und Oberschullehrer fast geschlossen für Spes sind? Stehen da wirklich die Interessen der SchülerInnen im Vordergrund oder wird auf deren Rücken ein (politischer) Machtkampf ausgetragen? Den öffentlichen Reaktionen zufolge sind nicht die SchülerInnen die Hauptbetroffenen von SPES sondern die LehrerInnen.

Wieviele Eltern lassen sich von den Meinungen der Lehrerschaft beeinflussen und welche machen sich wirklich ein eigenes Bild? Kann man sich überhaupt sachlich und neutral informieren?

Das Thema ist extrem heikel und ich befürchte am Ende werden unsere Kinder die Verlierer sein - egal welcher Weg schlussendlich eingeschlagen wird.
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Es geht um die Schülerinnen und Schüler

(Josef Biedermann | 11/13/2008 2:44 PM)

Im Zentrum von Schulentwicklungsprozessen stehen die Schülerinnen und Schüler. Die Gymnasiallehrpersonen wehren sich nicht grundsätzlich gegen das SPES-I-Projekt. Viele Elemente dieser Reform sind sinnvoll. Die Entwicklungsteams an den einzelnen Schulstandorten leisten wertvolle Arbeit. Und doch höre ich, dass nicht alle Schulstandorte zur Umsetzung der hohen Ziele und der entwickelten Pläne bereit sind. Im Gespräch mit Eltern werden immer wieder dieselben Fragen gestellt: An welcher Schule werden die Kinder künftig optimal gefördert? Werden die Jugendlichen in den unterschiedlichen Profilschulen gleich gut für eine Berufslehre oder für den Übertritt in eine weiterführende Schule vorbereitet? Wo und wie gut sind die Lehrpersonen für den Start des SPES-I-Experimentes gerüstet? Wer wird die Verantwortung für die Leitung der Profilschulen übernehmen? Welche baulichen Massnahmen sind für die Bereitstellung der geforderten Schulräume noch notwendig? Wie hoch werden die Kosten für die geplante Änderung der Schulstruktur, wenn alle gemachten Versprechungen erfüllt werden?

Profilschulen können entwickelt werden, ohne das Gymnasium zu amputieren. Den Schulen kann mehr Autonomie übertragen werden, auch ohne das Projekt SPES I. Am LG haben wir in den letzten Jahren mehrere Schulentwicklungsprojekte durchgeführt und damit auch einen wichtigen Beitrag zu einem guten Schulklima geleistet.

Warum soll eine gut funktionierende Schule, die von den Eltern geschätzt wird, abgeschafft werden, bevor wir positive Erfahrungen mit den neuen Profilschulen gemacht haben? Ist das im Interesse der betroffenen Schülerinnen und Schüler?

Ich befürchte, dass der extreme Zeitdruck von Seiten der Schulbehörden und die vielen noch nicht geklärten Fragen das Projekt SPES-I mehr gefährden als die Kritik von Seiten des Gymnasiums.

Josef Biedermann