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Stellungnahme des Vereins für Bildungsvielfalt zur vorgeschlagenen Revision des Schulgesetzes

Der Verein für Bildungsvielfalt hat sich in jüngster Zeit intensiv mit dem Vernehmlassungsbericht zur Revision des Schulgesetzes auseinandergesetzt. Die zentralen Punkte unserer Stellungnahme an die Regierung lassen sich wie folgt zusammenfassen.

  • Die Vorlage ignoriert den klar formulierten Wunsch der Bevölkerung, geeignete Mittel und Wege zur Verbesserung des Image und der Berufsaussichten für Oberschul-Abgänger/innen vorzusehen.
  • Im Bericht finden sich keine griffigen Massnahmen für den wichtigsten Erfolgsfaktor guter Schulen: den didaktischen Fähigkeiten der Lehrkräfte.
  • Das Konzept hinter der geplanten Neuen Sekundarschule und deren Ausstattung mit etlichen Freiräumen läuft auf eine Einführung der gescheiterten SPES I Reform durch die Hintertür hinaus. Dies lässt sich u.a. auch dadurch belegen, dass knapp zwei Drittel der in der aktuellen Vorlage aufgeführten Gesetzestexte identisch oder nur marginal verändert von SPES I kopiert wurden.
  • Auf der anderen Seite werden die bestehenden Schultypen ohne Möglichkeit zur eigenen Weiterentwicklung zementiert, was einen positiven Wettbewerb in unserem Bildungswesen verhindert.

Aus Sicht des VBV ignoriert damit die aktuelle Vorlage den Volkswillen gleich zweimal. Erstens durch Missachtung der mit fast sechs Prozentpunkten Unterschied eindeutigen Ablehnung von SPES I, und zweitens durch ungenügende Berücksichtigung der klaren Erkenntnisse aus der Isopublic-Umfrage und Grossgruppendiskussion.

Aus diesen Gründen empfiehlt der Verein für Bildungsvielfalt die Rückweisung des Berichts zur Revision des Schulgesetzes und einen grundlegenden Neubeginn für eine behutsame Reform des Liechtensteinischen Schulwesens. Für das Gelingen eines solchen Neuanfangs sind unseres Erachtens folgende Schritte notwendig:

  1. Schaffung eines breit abgestützten Konsens zu zentralen Begriffen wie z.B. Schulautonomie, Lehrerqualifikation usw.
  2. Berufung eines unabhängigen Fachgremiums mit frischen und unvoreingenommenen Kräften zur Erarbeitung konkreter Vorschläge.
  3. Konsequente Dezentralisierung durch Stärkung der einzelnen Schulen in fachlicher, pädagogischer, personeller und finanzieller Hinsicht.
  4. Einbezug geeigneter Massnahmen zur Erhöhung der Chancengerechtigkeit bereits auf der Vor- & Primarschulebene.
  5. Förderung des positiven Wettbewerbs auf der Sekundarstufe durch kontrollierte Auflösung der Schulbezirke.
  6. Stärkung der Mitspracherechte für Schüler & Eltern.
Hier unsere ausführliche Stellungnahme (samt Anhang) zum Vernehmlassungsbericht.



SCHULREFORM?

Der Verein für Bildungsvielfalt hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Vernehmlassungsbericht der Regierung zur geplanten Schulreform auseinandergesetzt. Die Stellungnahme, die zu Händen der Regierung verfasst wurde, kann hier eingesehen werden.

In einem Anhang zur Stellungnahme werden die Gesetzestexte der gescheiterten Gesetzesvorlage SPES I und des neuen Schulreformentwurfs verglichen. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend.